Ständig stolpere ich über das Thema Schweinefleisch für Hund und Katze und überall ist zu lesen wie schädlich, ungesund und tödlich das verfüttern von (rohem) Schweinefleisch ist. Die meisten Seiten beziehen sich dabei auf den Aujeszky Virus der zum schnellen Tod bei Hund und Katze führen soll.

Im Jahr 2019:

Klar, diesen Virus gibt es auch, ebenso wie die Vogelgrippe, Schweinepest, Tollwut oder Ziegenpocken.

Leider liegt es in der Natur des Menschen Themen zu dramatisieren und ewig alte Gerüchte und Vorurteile in die Jetztzeit zu übertragen.

Ich nehme hierbei immer gerne das Beispiel Pilze her. Wie wir alle mal gelernt haben heißt es: Pilzspeisen dürfen kein zweites Mal aufgewärmt werden, ebenso wie eine Kürbissuppe und andere Speisen. Diese Aussagen stammen aus der Zeit in der es keine Kühlschränke gab und die Speisen ohne Kühlung in Stunden verdarb. Heute kann man dies einfach in den Kühlschrank stellen und am nächsten Tag nochmals Aufwärmen, ohne Probleme.

Ähnlich ist es mit dem Vorurteil “Keine Milch (Laktose) für Katzen” oder eben mit Schweinefleisch für Hund und Katze.

Schweinefleisch im Futter:

Was viele Hunde und Katzenbesitzer nicht wissen ist, dass 80% aller Hundefutter und Katzenfutter Schweinefleisch beinhalten, obwohl es nicht drauf steht. Die Tiere bekommen auch keine Krankheiten, Allergien oder sonstige Erscheinungen davon. Das liegt daran, dass dieses Schweinefleisch und Innereien von dem Schwein kommt das wir Menschen essen. Wenn ihr glaubt dass bei unseren Lebensmitteln Kontrollen und Antibiotikawahnsinn, noch ein kleiner Rest von Aujestky Virus im Fleisch enthalten ist, den muss ich enttäuschen.

Weil ich das Thema Schweinefleisch in Futter gerade angeschnitten habe, will ich noch schnell erklären warum das so ist.

Auch wenn man eine Hundefutterdose kauft auf der drauf steht, Sorte Rind mit 70% Fleischanteil, bedeutet es nicht, das hier 70% Rindfleisch drin sind. Meistens ist es nur ein Anteil von 4-20% und der Rest ist immer Schweinefleisch, weil es am günstigsten ist und so den Gewinn des Unternehmens steigert. Leider ist eine derartige Deklarierung noch nicht Pflicht.

Bei dem österreichischem Hundefutter WOW z.B. wird mit 71% Fleisch geworben. Bei der Sorte Wild sind nur 10% Wildfleisch enthalten, der Rest ist Schweinefleisch.

Der Aujeszky Virus:

Aber jetzt wieder zu dem Todesvirus Aujeszky der Hunde und Katzen den Gar ausmacht.

Der Virus wurde 1902 das erste Mal festgestellt. 1990 gab es einen Seuchenausbruch in Deutschland der im Jahr 2003, durch Impfungen, offiziell als ausgerottet bei Hausschweinen gemeldet wurde.  Danach wurde der Virus nur noch bei Wildschweinen festgestellt. Eine wissenschaftliche Untersuchung im Jahr 2014 stellte fest, dass auch Wildschweine einen Antikörper gegen das Virus entwickelt haben.

Unseren Recherchen nach, war der letzte Bekannte Fall im deutschsprachigen Raum im Jahr 2009 ( also vor 10 Jahren ) in dem ein Jagdhund, bei einer illegalen Wildjagt von einem Wildschwein infiziert wurde.

Roh, gekocht oder getrocknet für Hund und Katze?

Ein Virus, egal welcher stirbt bei Temperaturen von 55-70° C ab.  *Ironie an* Wer also der Meinung ist, er hat ein Stück Fleisch im Lebensmittelhandel gekauft, der den Aujestky Virus enthält, sollte es abkochen oder Braten. – Bei der Trocknung von Schweinefleisch wird oft diese Temperatur nicht erreicht. Schweinefleisch Skeptiker sollten also kein Dörrfleisch von Schwein verwenden. *Ironie aus* 

Ich selbst verfüttere unseren Lieblingen zu Hause regelmäßig rohes Fleisch auch Schweinefleisch. Ebenso produzieren wir Dörrfleisch für Katzen und Hunde aus österreichischem Schweinefleisch. 

Was kann das Schweinefleisch so alles:

Das Schweinefleisch punktet vor allem in Sachen Verträglichkeit. Im Geschmack würzig und pikant, überzeugt diese qualitativ hochwertige Proteinquelle außerdem durch seine hohe biologische Wertigkeit. Das Filet zählt zu den fettarmen Teilen vom Schwein und ist daher sehr kalorienarm. Als wichtiger Eisenlieferant sorgt es dafür, dass genug Sauerstoff ins Blut gelangt und versorgt deinen Vierbeiner mit dem sonst so seltenen Vitamin B-12.

Zum Abschluss möchte ich die lieben Hunde und Katzenblogger bitten, nicht jeden Blödsinn den eine andere Person schreibt als Grundlage für einen “Skandalösen” Blog-Beitrag zu verwenden. Wir leben im Jahr 2019 und dieses ist nicht mehr mit den 90ern zu vergleichen.

1 Kommentar

  1. Bernd Binderbauer 7. September 2019 Reply

    Danke für die Sensibilisierung und den kritischen Umgang mit diesem Thema.
    Ich habe ebenso die selben Erfahrungen gemacht wie sie, und glaube auch dass es nicht sinnvoll ist auf dieses Thema paranoid zu reagieren.
    Nicht überall ist immer Teufel versteckt!! 🙂

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